... 

Krabat: Roman Buch zum Film von Otfried Preußler

Zoom Produkt-Bild: Krabat: Roman Buch zum Film
Broschiert von Dtv - großdruck
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 5,49

5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423252812, Erscheinungsdatum: April 2008

5 Kundenrezensionen:

schön... aber...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mir hat Krabat sehr gut gefallen!! Trotzdem haben mir die anderen Bücher, wie "Die kleine Hexe" und "Das kleine Gespenst" einen Tick besser gefallen.
Aber die Geschichte ist sehr spannend erzählt und es war schön zu sehen, wie sich Krabat im Laufe der Zeit verändert.
Und es zeigt mir, dass man immer an sich selbst glauben soll!!! :)
Krabat, das Buch --- der Film
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
kann mich meinen Vorgängern nur anschließen,
das Buch ist großartig. Habe es als Kind verschlungen, damals vor 100 Jahren in jener Osternacht...
Noch ein Wort an: M. Böhland "kritischer Tester" *Der Herr Gevatter* - ist *Der mit der Hahnenfeder*, welche eine Flamme ist, die den Mühlen-Hof beleuchtet, wer Goethes Faust gelesen hat weiß wer das ist :-)
Jedenfalls ist das Buch 1000* BESSER als der Film.
Dort wurden viele Dinge weggelassen, andere hineingebaut, die im Buch nie so geschehen sind. im Buch spielt die Geschichte nicht während des 30 jährigen Kriegs, sonder zur Zeit August des Starken. Der Zusammenhalt der Gesellen ist im Buch größer, Tonda tut im Film Dinge die er im Buch nie getan hätte, der ganze Satanskult kommt im Buch auch nicht vor etc
Mut zum Innehalten, zur kraftvollen Ruhe...
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mich überrascht es, daß "Krabat" heutzutage offensichtlich ein Schul-Literaturbuch ist. Das bezeugen hier ja etliche Schüler-Rezensionen.
Donnerwetter! Denn gefällige Kinder- und Jugendbuchkost ist es nun weniger, sondern bei aller Erzählruhe sehr mystisch, tiefgründig, spirituell.
Der Harry-Potter-Vergleich, den ich hier manchmal las, ist nicht ganz fair, da man in dem Falle Äpfel mit Birnen vergleicht. Bloß, weil Magie im Spiel ist, fallen für mich die beiden Werke nicht in einen Bereich.
Potter ist ein reines Abenteuerbuch, Phantastische Kinder- und Jugendbuchliteratur, wo es viel um Kampf gegen das Böse, Spannung pur, Herzensweisheiten und Freude am Magischen gibt. Und DEN Helden und seine Freunde.

"Krabat" hingegen basiert nicht auf einer bunten Autoren-Phantasie, sondern auf einer Sage. Ich habe mir das Buch spontan gekauft, weil mich (zugegeben) die Film-Besprechungen neugierig gemacht haben. Und ich wollte erst das Buch lesen, was mir in der deutschen Literatur-Fülle bisher nicht auffiel. Genauso, wie Preußler in meinem DDR-Kinderbuchschrank nicht vorkam. Selbst olle Hotzenplotz und die kleine Hexe waren nur Begriffe, mehr nicht.

Also holte ich jetzt den verpaßten Klassiker nach und bin tief beeindruckt. Erst irritierte mich die Ruhe der Erzählweise, der zuweilen fast schon monotone Rhythmus. Da ist man heutzutage eben mehr "Action" und Bewegung gewohnt.

Krabats Herkunft wird schmucklos und wortarm beschrieben: Daß die Eltern an einer schlimmen Krankheit starben und Krabat früh zum Waisen wurde, ist nahezu ein Nebensatz. Danach hätte er beim Pfarrer in geordneten Verhältnissen aufwachsen können, aber das hielt der Rauheits- und Schlichtheits-gewohnte, barfüßige Hirtensohn nicht aus. Er schloß sich Betteljungs an und ersang sich mit denen eben das täglich Brot.

Bis eines Nachts im Traume Raben erscheinen und eine magisch-faszinierende Stimme Krabat in eine bestimmte Mühle befiehlt. Drei Mal träumt Krabat von diesem Ruf, dann folgt er ihm tatsächlich.

Er findet sich mit elf anderen Müllerburschen als Lehrling eines unheimlichen Meisters wieder. Tagsüber wird tatsächlich hart gearbeitet und das Müller-Handwerk gelernt. Einmal wöchentlich aber erhalten die Jungs, in Rabengestalt, Unterricht in schwarzer und sonstiger Magie. Wobei es dem Meister egal zu sein scheint, ob seine Jungs hier etwas lernen. Jeder erhält den Unterricht, wird abgefragt (ohne Konsequenz bei Versagen) - und was jeder nun daraus macht, ist die Sache des Einzelnen.

Manches ist unterschwellig-bedrohlich. So Träume Krabats, in denen er versucht, aus der Mühle zu fliehen - vergeblich. Oder die aufkeimende Beobachtung, daß einer der Jungs wohl als Spitzel für den Meister fungiert, der Ungehorsam hart bestraft. Allerdings unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Der Leser erlebt nur einmal direkt eine Bestrafung Krabats mit, der - in ein Pferd verwandelt - vom Meister fast zuschanden geritten wird. - Oder der Bericht des Burschenältesten, Tonda, der sich Krabats annimmt und ihm erklärt, daß "Verlieben" für die Müllersjungs gefährlich ist: Sie brächten Mädchen kein Glück.
Doch es bleibt über weite Strecken eben eine unterschwellige Bedrohung, auf die sich Preußler faszinierenderweise verläßt. Er hat die Ruhe, ausgiebig den Alltag, die Lehrzeit, die drei Jahre Krabats an der Mühle sich entwickeln zu lassen. Ohne "Knalleffekt".

Dafür baut er die drei Lehrjahre an Fixpunkten wie Jahreszeiten, dadurch immer wiederkehrende Pflichten der Jungs und traditionellen Feiertagshandlungen auf, die mir mehr Gefühl für die Zeit, Entwicklungen gaben als viele Autoren-Inhaltserklärungen es hätten schaffen können. Ich entwickelte mich quasi mit Krabat mit, wenn ich, lesend, im zweiten und dritten Jahr die selben Abläufe "routiniert" wieder erlebte, die Krabat (mit mir zusammen) vorher als Neuling erfuhr.

Nun kann Krabat erfahrener auf diese Alltagsmomente reagieren und seinerseits Neulinge so begleiten, wie Tonda einst ihn beglitt.
Denn: Jedes Jahr an Silvester kommt einer der Burschen zu Tode und wird schnellstmöglich beerdigt. Und noch am selben Abend durch einen neuen Jungen ersetzt.

Warum... darüber wird nicht geredet. Es ist eben so, und es ist besser, es nie zu thematisieren. Bei zwölf Kameraden ist die Chance recht groß, daß alljährlich der Kelch an einem vorbeigeht und einen Anderen trifft...

Und da ist auch noch der nächtliche Besucher mit der Feuerfeder, vor dem der Meister Angst zu haben scheint und der in regelmäßigen Abständen nachts die Mühle mit seinem Auftrag beansprucht bis zum Morgengrauen.

Krabat gerät so nach und nach in Bewährungssituationen: Es geht um Kameradschaft. Zusammenhalt. Aber auch Gehorsam. Der Meister ist ja nicht nur widerlich und gefährlich, sondern faszinierend. Und Krabat lernt viel, ist ehrgeizig, und Lob läßt ihn nicht kalt.
Es wird spürbar, daß er durch seine innere Kraft und Neugier für den Meister sowohl zur Bedrohung als auch zur interessanten Figur mit Nachfolge-Qualitäten wird. Denn auch der Meister ist "nur" ein Mensch, der einst seinen Weg wählte und eine dunkle Macht entwickelte. Der eines Tages an einen Schüler übergeben und weiter hinaus will, als eine Mühle es ihm bieten kann. Willensstarke, begabte Schüler sind für ihn also sowohl Chance und auch Gefahr - je nachdem, wie sie sich entscheiden...

Und für mich als Leserin wurde es gut fühlbar, daß es um mehr geht als um eine klassische Gut-Böse-Entscheidung. MACHT ist auch ein Elixier, begehrenswert, faszinierend. Wer verstünde es nicht, daß Wohlstand, Einfluß, Anerkennung verlockend klingen, wenn als Gegenangebot ein Leben im Elend droht? Belanglos, voller Leid, Hunger, Qual und Mühe...

Natürlich verliebt sich Krabat. Natürlich hat er Angst um das Mädchen, dessen Namen er geheimhält und den auch der Leser nie erfährt.
Er erkennt auch so nach und nach, daß es in der Gemeinschaft Kräfte gibt, die er lange ignorierte. Daß man sich bei aller Abhängigkeit vor so einem Meister auch schützen und emanzipieren kann. Nicht immer absolut, aber man muß auch nicht NUR ausgeliefert sein.

Ich liebe auch das häufige Märchen-Erlösungs-Bild, wo ein Liebender den Geliebten aus einer Menge heraus erkennen muß. Chancenlos, eigentlich. In "Jorinde und Joringel" ist die Geliebte als Vogel unter anderen Vögeln zu ermitteln. In einem anderen Märchen sind die Mädchen bis aufs Haar gleich, und der Bewerber schafft es nur mit Hilfe von Tieren (Bienen), die erkennen, daß die Geliebte als Einzige zum Frühstück Honig aß.

Dieses Motiv baut Preußler hier wunderbar ein...

Ein Buch, das man wohl mehrfach lesen muß, von Zeit zu Zeit, ehe man es wirklich erfaßt hat in seiner ganzen Tiefe. Es gibt mir nichts vor, nimmt mir nichts ab. Ich muß innehalten und mich drauf einlassen. Ansonsten rauscht es, angeblich Höhepunktelos, an mir vorbei.

Ich bin nun sehr gespannt auf den Film und weitere Preußler-Bücher! Und darauf, wie das Buch zu Weihnachten meinem Neffen gefällt, wie es also auf Kinder wirkt...
Wozu die Aufregung?
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Also gut, da hab ich dieses Buch also auch gelesen, weil es plötzlich so viel "beschrieben" wird. Ich weiß nicht, was das Tamtam darumherum soll.

Das Buch ist als Jugendbuch sicherlich ganz in Ordnung. Der 14-jährige Krabat wird von einer dunklen Macht in eine Mühle gelockt und diese Macht wird ihn 3 Jahre seines Lebens beherrschen. Er lernt währenddesssen die Liebe, den Tod, Freundschaft, Enttäuschungen, Arbeit - kurzum das Leben kennen und muss sich am Ende auch noch entscheiden...

Nette Geschichte, für das Zielpublikum (eben Jugendliche um die 13, 14 Jahre) ganz ordentlich geschrieben. Als Erwachsener war mir das dann aber doch etwas zu wenig. Die Charaktere nur gestreift, das Ende mit Verlaub wie wir in Österreich sagen "sehr gehudelt" und mir persönlich hat die Spannung im Buch gefehlt. Da ist nichts, was mich wirklich gefesselt hätte. Vieles kratzt halt nur an der Oberfläche (auch die eher kreativeren, phantasievolleren Passagen).

Ein wenig überrascht bin ich, dass dieses Buch anscheinend jetzt in den Schulen verwendet wird. Es hat sich einiges geändert, seit ich die Schulbank gedrückt habe. Aber da ziehe ich dann doch einen "Faust" diesem Buch vor - könnte daran liegen, dass Goethe halt was "Handfesteres" ist. Aber zurück zur Schule: man kann bestimmt sehr viele Interpretationen und Analysen bzw. Schlüsse auf das Leben im Allgemeinen machen. So gesehen also doch was für den Deutschunterricht.

Begeistert hat es mich nicht, enttäuscht auch nicht. Ein wenig langatmig vielleicht und gewisse Fragen, die das Ganze vielleicht interessanter gemacht hätten, bleiben total unbeatwortet. Für Jugendliche ist es aber, so könnte ich mir vorstellen, bestimmt ein nettes Buch. Für Erwachsene: na ja.
Unterm Strich durchaus empfehlenswert
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Und das meint die Klasse 7c des Kreisgymnasiums Bad Krozingen, die den Roman kurz vor dem Filmstart 2008 gelesen hat:

In unserer Klasse gab es teilweise übereinstimmende, aber auch sehr unterschiedliche Meinungen zu Otfried Preußlers Roman, positive wie negative. Hier eine Zusammenfassung des Ganzen:
Manche haben das Buch als sehr spannend empfunden, andere als etwas langweilig. Durch die zurückgehaltenen Informationen, die überall in der Geschichte eingebaut sind, wirkt das Geschehen sehr geheimnisvoll. Da der Roman vor allem von schwarzer Magie" handelt, herrscht insgesamt eine relativ dunkle oder düstere Atmosphäre vor. Otfried Preußler hätte vielleicht noch etwas mehr weiße Magie" einfließen lassen können, wie er das ja teilweise tut.
Das Leben Krabats und der anderen Müllerburschen in der Mühle hat der Autor sehr treffend beschrieben, leider wurde aber viel wiederholt, was die Geschichte für einige von uns etwas langatmig und eintönig erscheinen ließ. Auch weil der Ablauf des zweiten Jahres dem Ablauf des ersten Jahres sehr glich.
Der Roman enthält viele fantastische Motive, zum Beispiel eine fliegende Kutsche, ein Zauberbuch -Koraktor" genannt-, dessen Blätter schwarz sind, dessen Schrift aber weiß ist, die elf Raben, die schließlich wieder zwölf sind, das Mädchen Kantorka mit ihrer anderen Art" von Magie und den Herrn Gevatter, der eine Umschreibung dessen ist, was sich manche Menschen vielleicht als den Tod oder den Teufel vorstellen. Nur um mal einige Beispiele zu nennen.
Andererseits ist das Buch aber auch realistisch geschrieben. Mit Dörfern, Städten,Gegenden und Landschaften, die es auch in der Wirklichkeit gibt. Oder den verschiedenen Bräuchen und dem Tagesablauf der Müllerburschen auf der Mühle. So kann man sich ganz gut vorstellen, wie das Leben vor etwa 300 Jahren im Wendland ausgesehen hat.
Schade ist, wie schon erwähnt, die hohe Anzahl an lückenhaften Informationen. Der Schluss war vielen zu ungenau, und es blieben viele Fragen offen:
- Wieso mussten die Müllerburschen Knochen und Zähne mahlen?
- Was passiert am Ende mit den Müllerburschen?
- Welcher Art war die Verbindung zwischen dem Herrn Gevatter und dem Meister? Und wieso hat diese Verbindung überhaupt existiert?
Die Antworten auf diese Fragen fehlen. Vielleicht wollte Otfried Preußler, dass der Leser sich die Antwort selbst ausdenkt. Oder aber er wollte sich nicht festlegen und alles erklären.

Noch mehr wollen wir euch jetzt aber nicht verraten. Falls einige den Eindruck bekommen haben sollten, dass es sich nicht lohnt, diesen Roman zu lesen, müssen wir widersprechen: Alles in allem haben wir dieses Buch gerne gelesen und können es nur weiterempfehlen !!!!!
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften